Erstes Klimamoor im Nordwesten ist vernässt

06.03.2015 - Am 6. März war es soweit. Das erste Klimamoor konnte dank mehr als 1.400 bundesweit verkaufter Moorland Klima-Zertifikate für den Klima- und Naturschutz bereits wiedervernässt werden.

Das Klimamoor Dorumer Moor wurde wieder vernässt (c) Henning Kunze

Das Klimamoor ist nicht abstrakt irgendwo in der Welt, sondern kann vor Ort besichtigt werden (c) Henning Kunze

Baumaschinen verfüllten dazu in den letzten Tagen Entwässerungsgräben und fuhren an tieferen Stellen im Gelände kleine Torfwälle auf. Nun kann sich auf den kreiseigenen Flächen im rund 22,9 ha großen Südteil des Naturschutz- und FFH-Gebietes Dorumer Moor der Wasserstand wieder auf seinem ehemals natürlichen Niveau stabilisieren.

Diese Maßnahme fördert nicht nur den sehr selten gewordenen Lebensraum Moor mit seinen vielen ebenfalls bedrohten Tieren und Pflanzen, sondern schützt auch das Klima. Im ursprünglichen Zustand waren diese aus fossilen Pflanzenteilen bestehenden Böden mit Wasser gesättigt, wodurch die Pflanzen unter Luftabschluss konserviert wurden – quasi der „Moorleichen“-Effekt. Sind die Böden jedoch entwässert, zersetzen sich die Pflanzen bei Luftkontakt, wodurch  große Mengen Treibhausgase, vor allem Kohlenstoffdioxid (CO2), ausgestoßen werden.

Leider sind in Deutschland mehr als 95 % der Moore zerstört. Aus diesen abgetrockneten Böden wird jährlich die gigantische Menge von rund 45 Mio. t CO2-Äquivalenten freigesetzt. Eine Wiedervernässung kann diesen Prozess stark verringern oder gar stoppen. „Hier setzt die Idee der Moorland Klima-Zertifikate an“, erläutert Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Landesverbandes Bremen, „denn mit jedem Zertifikat wird symbolisch ein Moorstück gekauft. Mit dem Ertrag wird die Wiedervernässung ermöglicht. Ein Zertifikat entspricht dabei jeweils etwa 1 t CO2 Minderung, so dass die persönliche oder betriebliche CO2-Bilanz klimafreundlicher gestaltet werden kann.“

Träger der Wiedervernässungsmaßnahme ist das Naturschutzamt des Landkreises Cuxhaven. „Das Engagement der vielen privaten Käufer und Firmen über Moorland hat mit über 20.000 € den entscheidenden Finanzierungsschub gegeben, ohne den das Projekt im Dorumer Moor mit seinem ausgewiesenen Klima- und Naturschutzeffekt in dieser Form sonst nicht zustande gekommen wäre“, hebt Werner Rusch, Leiter des Naturschutzamtes, hervor. Seinem Amt ist es gelungen, weitere Fördergelder zu gewinnen und die nötigen Planungs- und Baumaßnahmen nun durchzuführen. Neben Moorland unterstützt die Maßnahme die Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven sowie das Land Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der Europäischen Union im Rahmen der Förderrichtlinie Natur- und Landschaftsentwicklung und Qualifizierung für Naturschutz.

Beim Verkaufsstart der Moorland Klima-Zertifikate im Mai 2013 wurde das Zertifikat mit der Nummer 1 dem Bundespräsidenten Joachim Gauck bei seinem Besuch in der Seestadt Bremerhaven überreicht. Mittlerweile haben neben zahlreichen Privatpersonen aus fast allen Bundesländern große oder größere Anteile der Bremer Klimafonds ‘unternehmen mensch natur klima‘, bremenports, Kornkraft Naturkost, Meiners Druck und die Deutsche KlimaStiftung  erworben. „Wir freuen uns, dass Moorland im Sinne einer Bürgergesellschaft sowohl von Einheimischen und Urlaubern als auch von Firmen so gut angenommen wird und so viele gegen den Klimawandel selbst tätig werden“, sagt  Dr. Heinrich Höper, Sprecher des Vergaberates von Moorland. Der Vergaberat ist mit unabhängigen Experten besetzt und überwacht die Qualitätskriterien des Projektes.

Es sind noch Moorstücke frei! Ein Klima-Zertifikat entspricht etwa 1 t CO2 und kostet 20 € zzgl. 1 € Gebühr. Alle Informationen rund um die Moorland Klima-Zertifikate inklusive Luftbildern mit noch verfügbaren Moorstücken gibt es hier.