Lebenselixier Wasser

Moore können – genauso wie wir Menschen – ohne Wasser nicht leben. Ein permanent hoher Wasserstand erhält das Moor, lässt es sogar wachsen und macht etwa 90 % des Moores aus. Das Wasser tritt jedoch nur vereinzelt als freie Wasserfläche in Erscheinung, weil es sich – wie bei einem vollgesogenen Schwamm – meistens knapp unterhalb der Oberfläche befindet. Das Wasser ist für Moore so wichtig, dass man bei Mooren, die entwässert werden, auch vom „Ausbluten“ spricht.

Wasser als Lebenselixier (c) ile/PIXELIO
Wasser als Lebenselixier (c) ile/PIXELIO

Nur durch die hohe Wassersättigung befinden sich die absterbenden Pflanzenteile in einer sauerstoffarmen Umgebung, die sie kaum verrotten und so zu Torf werden lassen. Kohlenstoff, die Basis organischen Materials, wird auf diese Weise in großen Mengen gespeichert. Diese Konservierung kennen wir besonders eindrucksvoll von Moorleichen.

Das faszinierende System ist jedoch sehr empfindlich. Sobald der Wasserstand sinkt und der Torf trocknet, kommt er mit dem Luftsauerstoff in Kontakt. Dieser setzt die vormals reduzierten Abbauprozesse wieder in Gang. Das Konservierte zerfällt – vor allem in Treibhausgase wie CO2 und Lachgas (N2O) sowie in Nährstoffe, die ins umgebende Wasser gelangen. Auch die Artenzusammensetzung ändert sich. Moortypische Arten werden auf den trockenen Standorten von konkurrenzstärkeren, in die Moore eindringenden Arten verdrängt.

Ohne Wasser schrumpft der Torf und zerfällt. Durch diese teils erheblichen Sackungen werden z. B. landwirtschaftlich genutzte Moorböden wieder feuchter. Man entwässert sie tiefer. Weiterer Torf sackt. Man entwässert wieder tiefer. Dies ist der „Teufelskreis der Moornutzung“. Aber auch der Torf in unserer Blumenerde zerfällt. Überall wo trockener Moorboden bzw. trockener Torf beteiligt ist, egal ob im Grünland oder im Blumenkasten, gasen also Treibhausgase aus.

Daher gilt: Moore müssen nass sein!