Zahlen & Fakten

"Es sieht vielleicht wie eine gute Erfindung aus, Torf als Brennstoff zu verwenden und so Holz auszusparen; aber ein Wald kann einige Male in einem Jahrhundert aufwachsen, wogegen ein Moor in einigen Jahrhunderten nicht mit Torf gefüllt ist"
Carl von Linné (1707-1778)

  • Weltweit sind Moore die wichtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher. In ihrem Torf speichern sie auf nur 3 % der Landfläche doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt in ihrer Biomasse (Joosten 2012 in Joosten & Couwenberg 2008).

  • In Deutschland sind etwa 99 % der Moore zerstört. Daher emittieren die insgesamt 18.098 qkm großen Moorböden 45,7 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr. Das sind 5,1 % der gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen. Damit sind drainierte Moore die größte Treibhausgas-Einzelquelle außerhalb des Energiesektors (Nationaler Inventarbericht Treibhausgase, NIR 2010).

  • In Deutschland beherbergt Niedersachsen mit einem Anteil von über 30 % die meisten Moorflächen, insbesondere Hochmoore (Nationaler Inventarbericht Treibhausgase, NIR 2010).

  • Bei einem durchschnittlichen Nordsee-Urlaub im Sommer im Elbe-Weser-Raum werden etwa 960 kg CO2-Äquivalente emittiert (Familie mit 1,3 Kindern, Aufenthalt 9,5 Tage in einer Ferienwohnung, Hin- und Rückreise 500 km mit Pkw) ²

  • Bei einem durchschnittlichen Städtebesuch z. B. in Bremerhaven werden rund 80 kg CO2-Äquivalente verursacht (2 Personen, 1 Tag Aufenthalt in Hotel / Ferienwohnung / Privatzimmer, Hin- und Rückreise 170 km mit Pkw) ²

  • Beim Urlaub im Bereich "Wellness / Gesundheit und Natur" werden im Elbe-Weser-Ems-Raum im Mittel etwa 270 kg CO2-Äquivalente ausgestoßen (2 Personen, 3,8 Tage in Hotel / Pension / Privatzimmer oder in REHA / Erholungs- oder Ferienheim, Hin- und Rückreise 350 km mit Pkw) ²

  • In Deutschland liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Jahr bei etwa 10 t. Das sind über 27 kg pro Tag. In den USA sind es zum Vergleich etwa 19,5 t CO2 pro Kopf und Jahr, weltweit durchschnittlich 4,5 t ³.

  • Ein Kühlschrank mit Gefrierfach verursacht je nach Alter und Energieeffizienz pro Jahr rund 100 - 250 kg CO2 (Grabolle & Loitz 2007: Pendos CO2-Zähler).

  • Werden die Moore renaturiert oder regeneriert / restauriert? Die Begriffe klingen zunächst gleich. "Regeneration" ist die gezielte Wiederherstellung eines Zustandes, der dem Ausgangszustand möglichst nahe kommt. Unter "Renaturierung" bezeichnet man ganz allgemein die Überführung von Ökosystemen oder Lebensräumen in einen naturnäheren Zustand.
    Nur leicht entwässerte und gestörte Moore können zu einem Zustand regenerierbar sein, der dem ursprünglichen Zustand vergleichbar ist. Bei stark entwässerten Moorökosystemen ist die Regeneration im engeren Sinne nicht möglich, weil die Verluste des Torfkörpers nicht rückgängig gemacht werden können. Der Entstehungsprozess eines Moores ist einmalig. Die früheren klimatischen Bedingungen, unter denen der jeweilige Torfkörper gewachsen ist, stimmen nicht mit den gegenwärtigen überein, weshalb ein Moor nie den früheren Ausgangszustand wieder erreichen kann. Von Regeneration kann man daher heute nur dann sprechen, wenn die Wiederherstellung des Torfbildungsprozesses als solcher, nicht jedoch das Erreichen des ursprünglichen Zustands gemeint ist. Für den Versuch der Wiederherstellung der landschaftsökologischen Funktionen eines degradierten Torfkörpers als Wasserspeicher, als Stoffsenke und als Lebensraum für Feuchtarten wird daher besser der Begriff Renaturierung verwendet.





Quellen:

¹ Joosten, H. (2012): Zustand und Perspektiven der Moore weltweit. Natur und Landschaft 87: 50-55.

² Eigene Berechnungen BUND Bremen auf Grundlage regionaler Gästestatistiken und nach Grabolle & Loitz (2007): Pendos CO2-Zähler. Radolfzell am Bodensee.

³ www.co2-emissionen-vergleichen.de/Klimabilanz/Laendervergleich/proEinwohner/co2-vergleich-pro-Einwohner.html