Moorschutz ist Klimaschutz

Weil in Mooren die Reste abgestorbener Pflanzen langsamer abgebaut werden als neues Pflanzenmaterial produziert wird und sich hieraus Torf bildet, haben Moore eine weltweite Bedeutung als Kohlenstoffsenken. Im jährlich neu gebildeten Torf werden weltweit etwa 150 bis 250 Mio. t CO2 festgelegt. Dies entspricht der doppelten Menge, die im Kyoto-Protokoll weltweit als Reduktionsziel festgelegt ist ¹. Damit entziehen wachsende Moore der Atmosphäre CO2 und kühlen das Klima.

Noch wichtiger ist die Tatsache, dass Moore in ihrem Torf bereits weltweit mehr Kohlenstoff als alle Wälder dieser Welt gespeichert haben ¹, obwohl Moore nur etwa 3 % der Landfläche ausmachen. Dieser relativ junge fossile Kohlenstoffspeicher ist daher mit anderen, älteren Speichern wie z. B. Kohle oder Erdöl vergleichbar – auch in den Folgen des Abbaus. Verliert ein Moor seinen permanent hohen Wasserstand, d. h. trocknet das Moor z. B. durch Entwässerung für Landwirtschaft oder Torfabbau für den Gartenbau aus, so kehrt sich der Speicherprozess um und Treibhausgase, v. a. CO2, werden freigesetzt. Im Jahr 2005 setzten genutzte Moorböden Treibhausgas-Emissionen in Höhe von rund 42 Mio. t CO2-Äquivalenten frei ². Moorschutz ist daher ein wichtiger Klimaschutz-Faktor.

¹ Joosten, H. 2006: Moorschutz in Europa. Restauration und Klimarelevanz. In: BUND Landesverband Niedersachsen (Hrsg.): Moore in der Regionalentwicklung. BUND, Wagenfeld/Ströhen, pp. 35 - 43.
² BMELV, 2008: Potenzieller Beitrag der deutschen Landwirtschaft zu einem aktiven Klimaschutz, interner Bericht zur grarministerkonferenz 24.-26.09.08. In: RIBBE, L.: Gutes Klima für Veränderungen in der Agrarpolitik. In: Kritischer Agrarbericht 2008.